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U18-Frauen nähern sich dem WM-Beginn

(Bildquelle: eishockeyticker)

Das Schweizer Frauen U18-Nationalteam geht als klarer Aussenseiter in die Top Division-WM vom 8. bis 15. Januar 2016 in St. Catharines (Ka). Das offizielle Ziel ist denn auch vorsichtig-realistisch formuliert und heisst Ligaerhalt. In der Gruppenphase treffen die Schweizerinnen auf die Favoriten...

Wie eng Glück und Pech an einer WM trotz überzeugenden Leistungen beieinander liegen, musste die Schweizer U18-Nati vor einem Jahr an der WM in Buffalo, unweit von St. Catharines entfernt, erleben: Trotz zwei Siegen gegen Finnland (2:0) und Japan (3:1) wog die 0:4-Niederlage gegen Schweden so schwer, dass die Schweizerinnen zuungunsten der Finninnen in die Playout-Runde verbannt wurden. Idealerweise braucht es sieben Punkte für eine sichere Viertelfinal-Qualifikation.

Schweden und...

Klarer Favorit in der unteren Vierergruppe ist Schweden, das neu von der ehemaligen Nationalspielerin Ylva Lindberg geführt wird. Die Schwedinnen gewannen fünf ihrer sechs Vorbereitungsspiele und schlugen dabei gleich viermal den Rivalen aus Finnland. Gegen die Schweiz hat Schweden eine 4:0-Bilanz, alle vier Spiele fanden bisher an einer WM oder als letztes Testspiel im Vorfeld einer WM statt. Die Schwedinnen vertrauen auf ein ausgeglichenes Team mit einer herausragenden Torhüterin: Ellen Jonsson kam in der Vorbereitung in vier Spielen auf eine Abwehrquote von 95 Prozent.

...Finnland als Favoriten

Finnland gilt als zweiter Favorit auf einen der beiden Viertelfinal-Plätze. Die Finninnen, die an einer WM allerdings bereits dreimal gegen die Schweiz verloren, gehen mit einer 6:6-Vorbereitungsbilanz in die WM, schlugen im August die ohne eine Reihe von Schlüsselspielerinnen angetretenen Schweizerinnen dreimal in Serie und siegten auch gegen Norwegen, Deutschland und Frankreich, verloren aber gegen Schweden und Russland. Mit einer ähnlich disziplinierten Leistung wie vor einem Jahr in Buffalo und dem nötigen Wettkampfglück ist ein weiterer WM-Sieg gegen Finnland keineswegs unrealistisch, auch wenn die Bilanz mit 7:21 deutlich zugunsten der Finninnen lautet.

Sieg gegen Frankreich Pflicht


Aufsteiger Frankreich ist zumindest auf dem Papier das schwächste Team in der Vierergruppe. Die Französinnen, die erstmals in der Top Division spielen, verloren alle acht Vorbereitungsspiele, darunter Mitte Dezember auch zweimal in Zuchwil gegen die Schweiz (zweimal 1:4) und schossen in acht Spielen lediglich sechs Tore. Schlüsselspielerinnen im Team der "Bleus" sind die Zwillinge Chloë (Stürmerin) und Anaïs (Torhüterin) Aurard, die beide in der Vermont Academy in den USA spielen sowie die Verteidigerin Lisa Delcroix. Chloë Aurard, ein Ausnahmetalent, war beim Aufstieg die zweitbeste Skorerin des Teams. In der Länderspielbilanz führt die Schweiz deutlich mit 11:1.

Neun Rookies

Für die Schweizerinnen, die mit neun WM-Rookies antreten werden, ist jedes Spiel gleich wichtig. Ein Nachlassen in einem der drei Spiele kann fatale Folgen haben, das ist die Erkenntnis der letztjährigen WM. Im Schweizer Team wird sehr viel von der Leistung jener Spielerinnen abhängen, die bereits letztes Jahr eine tragende Rolle spielten: Dem Supersturm mit Alina Müller, Tess Allemann und Captain Kaleigh Quennec einerseits, aber andererseits auch jener Spielerinnen, die in dieser Saison bereits auf Einsätze in der A-Nationalmannschaft zurückblicken können wie die Verteidigerinnen Shannon Sigrist und Stefanie Wetli oder die Stürmerinnen Rahel Enzler, Lisa Rüedi, Noemi Ryhner, Jessica Schlegel und Lara Zimmermann.

Das Schweizer Aufgebot

Tor: Vanessa Bolinger (98, Bomo Thun/Seewen), Chiara Pfosi (98, Cushing Academy, USA), Saskia Maurer (2001, Huskys Schallenberg).

Verteidigung: Sina Bachmann (2000, Reinach), Marion Gremaud (99, Fribourg Ladies/Bulle), Janine Hauser (2001, GCK Lions/Urdorf), Amélie Jobin (99, Fribourg Ladies/Sensee), Shannon Sigrist (1999, ZSC Lions/GCK Lions), Nicole Vallario (2001, Lugano), Sarah Weiss (98, Young Lions Thurgau), Stefanie Wetli (2000, Winterthur).

Sturm: Tess Allemann (98, Bomo Thun/Dragon Thun), Sydney Berta (2000, Meyrin), Nina Capelli (99, Langenthal), Oona Emmenegger (2000, Reinach/Seetal), Rahel Enzler (2000, ZSC Lions/Seewen), Rahel Hänggi (99, Bomo Thun/Unterseen), Alina Müller (98, Kloten Flyeres), Kaleigh Quennec (98, Université Neuchâtel/Genève-Servette), Lisa Rüedi (2000, ZSC Lions/GCK Lions), Noemi Ryhner (2000, ZSC Lions/Zug), Jessica Schlegel (2000, ZSC Lions/GCK Lions), Lara Zimmermann (2000, ZSC Lions/GCK Lions).

Die Spiele der Schweizerinnen: