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Wladimir Jursinow über seine bevorstehende Spengler-Cup-Teilnahme

(Bildquelle: eishockeyticker)

Der HC Salavat Yulaev Ufa wird am Stephanstag zum dritten Mal am Spengler Cup antreten. Dabei erhofft sich Wladimir Jursinow junior, der Trainer des Top-Teams aus Russland (KHL-Meister 2011), vor allem positive Emotionen.Wladimir Jursinow junior gewann den Spengler Cup 2010 mit Sankt Petersburg,...

Der HC Salavat Yulaev Ufa wird am Stephanstag zum dritten Mal am Spengler Cup antreten. Dabei erhofft sich Wladimir Jursinow junior, der Trainer des Top-Teams aus Russland (KHL-Meister 2011), vor allem positive Emotionen.

Wladimir Jursinow junior gewann den Spengler Cup 2010 mit Sankt Petersburg, vor zwei Jahren trat er am 24. Dezember sein Traineramt bei Salavat Yulaev Ufa an und somit zu einem kurzfristig einberufenen Spengler Cup-Engagement. In diesem Jahr ist der Heimflug auf den Silvesterabend gebucht. "Warum also nicht am Mittag noch die Finalpartie bestreiten?", so Wladimir Jursinow ambitioniert und verschmitzt zugleich.

Wladimir Jursinow, wie haben Sie Ihre ersten beiden Spengler Cup-Teilnahmen erlebt?

Wladimir Jursinow
: Das erste Mal habe ich 2010 mit dem SKA Sankt Petersburg teilgenommen und gleich den Pokal des Siegers gewonnen. Ich war sehr glücklich und wir genossen die Zeit sehr. Zuschauer, Berge und das ganze Umfeld waren toll. Zwei Jahre später – bei der Teilnahme mit Salavat Yulaev Ufa - war es eine ganz andere Geschichte. Das Team befand sich in einer schwierigen Phase. Wir verloren einige wichtige Partien und befanden uns sportlich in einer schwierigen Situation. Das Turnier aber war eine gute Gelegenheit, das Team wach zu rütteln. Wir bekamen wichtige Impulse für den Rest der Saison in der Kontinental Hockey League KHL. Schliesslich konnten wir in jener Saison ein achtbares Ergebnis erzielen.

Haben Sie damals gedacht, dass Sie mit dem Team noch einmal am Schweizer Traditionsturnier teilnehmen?

Wladimir Jursinow:
Ich darf sagen, dass ich sehr glücklich war, als unser General Manager Oleg Gross bekannt gab, dass wir erneut am Spengler Cup teilnehmen werden. Ich weiss, dass meine Spieler positive Emotionen benötigen. Sie werden zusammen mit ihren Familien in Davos glücklich sein. Manchmal benötigen Spieler Emotionen gar mehr als physische Power. Mit Emotionen kann ein Spieler scoren - ohne Emotionen aber wird die Chance auf Erfolg klein sein.

Was möchten Sie dieses Mal gegenüber dem Auftritt vor zwei Jahren ändern?

Wladimir Jursinow:
Im Eishockey gibt es keine zwei Spiele oder gar Saisons, die gleich verlaufen. Wir haben einige neue Spieler und ich versuche natürlich diese optimal auf den Spengler Cup vorzubereiten. Derzeit stecken wir aber mitten in der Saison. Hier sehen wir aktuell, wie stark wir im Vergleich zu den anderen Teams sind. Natürlich möchte ich das Finale bestreiten und diesen zu unseren Gunsten gestalten.

Wer ist Ihr Turnierfavorit?

Wladimir Jursinow:
Wenn ich den Spengler Cup damit beschreibe, dass er ein Turnier mit starken Teams ist, werden viele Leute mit mir einig gehen. Zufrieden werden sie mit meiner Antwort aber nicht sein. Das Team Canada wird wie die Jahre zuvor wiederum eine schlagkräftige und ambitionierte Equipe stellen. Jokerit Helsinki ist unter den Spitzenmannschaften der KHL einzuordnen. Alle Teams werden mit einem grossen Willen zum Sieg anreisen. Die Schweizer Teams versuchen immer das Maximum herauszuholen. Ich weiss nicht, ob mein Team Favorit oder gar Aussenseiter ist.

Mit welchem Ziel reist Salavat Yulaev Ufa ans Turnier?

Wladimir Jursinow:
Unser Ziel ist so definiert, dass wir am 31. Dezember noch spielen können. Wir wissen, dass unser Flug für den Abend gebucht ist. Warum also nicht am Mittag noch eine Partie bestreiten?

Ihr Vater war ein sehr erfolgreicher Trainer, ist dreifacher Olympiasieger und trainierte unter anderem die Kloten Flyers und Dynamo Moskau. War es immer ihr Wunsch in seine Fussstapfen zu treten?

Wladimir Jursinow:
Ursprünglich habe ich auf einer Bank gearbeitet und habe nicht einmal davon geträumt, eine Trainerfunktion inne zu haben. Aber ich lernte mit der Zeit, dass eine Bankkarriere nichts für mich ist. So habe ich begonnen im Juniorenbereich zu coachen und war damit sehr glücklich. Ich bin meinen Weg gegangen und habe niemals nur versucht, mit meinem Vater zu wetteifern. Ich hatte verschiedene junge Spieler in meinen Mannschaften. Ich war glücklich zu sehen, wie sie sich entwickelt haben und dabei Trophäen oder Medaillen gewannen.

Wird ihr Vater am Spengler Cup auch dabei sein?

Wladimir Jursinow:
Ich weiss, dass mein Vater ein grosser Fan des Spengler Cup ist und dass er gerne in Davos ist. Ich glaube, dass er kommen kann.

Wenn Sie für den Spengler Cup einen Wunsch frei hätten, was würden Sie sich wünschen?

Wladimir Jursinow:
Mein Wunsch für das Turnier ist, dass meine Mannschaft die Batterien für den Rest der Saison (wieder) aufladen kann. Ich möchte Davos mit einer Leidenschaft für das Eishockeyspiel verlassen und mit dieser den zweiten Teil der Saison bestreiten.