Canada-Coach Boucher: "Haben alles, was ein erfolgreiches Team braucht"
24.12.2015 | 15:19
Morgen, Freitag, wird das Team Canada eine erste Trainingseinheit in der Vaillant Arena abhalten. Bereits in Davos befindet sich dessen Trainer Guy Boucher. Dieser ist optimistisch, dass das Team Canada eine gute Rolle im Kampf um den 89. Spengler Cup-Sieg spielen kann. Mit der Zusammenstellung des...
Guy Boucher, wie haben Sie die Phase erlebt, das Team Canada zusammen zu stellen?
Guy Boucher: Es ist nie einfach. Es hat nicht genügend kanadische Spieler, die in der Schweiz spielen, um eine Mannschaft zu stellen. Es ist ein zusammengewürfeltes Team, das seine Wurzeln in verschiedenen Ligen hat, u.a. in der Natinal League A sowie in der KHL und AHL. Wir haben im Verlaufe von mehr als einem Monat versucht, die besten Spieler, die verfügbar sind, zu engagieren.
Was erwarten Sie von Ihrem Team am Spengler Cup?
Guy Boucher: Unser Team hat in dieser Zusammensetzung noch nie gespielt. Auf der anderen Seite stehen uns Mannschaften gegenüber, die regelmässig zusammen spielen. Wir müssen so schnell wie möglich einen guten Mix für die Linienbildung und deren Balance finden. Normalerweise benötigt ein Trainer mindestens einen Monat, um sämtliche Details einer Mannschaft wie z.B. Powerplay, Spiel in der neutralen Zone, Penalty-Killing etc. zu analysieren.
Dem Team Canada muss eine Einheit genügen?
Guy Boucher: Ja, uns stehen beim Spengler Cup vor dem ersten Spiel ein Training, eine Skating-Einheit am Morgen sowie zwei Besprechungen zur Verfügung. Wir haben sicherlich viel Potenzial in der Offensive. Wir verfügen über Spieler mit NHL-Erfahrung, auch sind Spieler mit an Bord, die an U20- und U18-Weltmeisterschaften für Canada aufgelaufen sind. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass wir Verantwortung übernehmen können, haben wir doch Spieler in unseren Reihen, die die Rolle des Captains kennen und auch in ihren Ligen als Topskorer aufgefallen sind.
Und wie schätzen Sie die Defensive ein?
Guy Boucher: Auch diese braucht sich nicht zu verstecken. Wir haben Verteidiger, die nicht einfach zu passieren sind. Auf der Position des Goalies verfügen wir über zwei starke Leute: Drew MacIntyre spielte bereits letztes Jahr beim Spengler Cup, und mit Jeff Glass steht uns ein starker KHL-Goalie zur Verfügung. Wir haben von allen Zutaten, die es für ein erfolgreiches Team benötigt. Ich erwarte das diesjährige Team Canada stärker als das letztjährige.
Wie bauen Sie Ihr Training auf, um möglichst schnell ein schlagkräftiges Team zu finden?
Guy Boucher: Wir müssen uns auf die zentralen Dinge konzentrieren - wir können nicht alles Mögliche ausprobieren. Die Spieler kommen von verschiedenen Teams, die allesamt unterschiedliche Spielauffassungen gewohnt sind. Entsprechend werden wir schauen, dass wir möglichst rasch in einen "Action"-Modus kommen, bei dem die rudimentären Abläufe klar sind.
Wie wichtig ist Ihnen das Engagement mit dem Team Canada nach der Trennung vom SC Bern? Haben Sie eine spezielle Motivation am Spengler Cup?
Guy Boucher: Nein, aufgrund dieser Tatsache ändert sich nichts. Aus heutiger Sicht liegt Bern bereits wieder weit hinter mir. Seit jener Zeit habe ich mich auf zwei Dinge fokussiert: Einerseits die Vorbereitung auf den Spengler Cup, andererseits habe ich viele Spiele der NHL verfolgt. Priorität hat aber eindeutig mein Engagement für das Team Canada, bei dem ich bereits zum 8. Mal Teil der Organisation bin. Ich habe es immer genossen, beim Team Canada zu arbeiten. Der Spengler Cup ist ein grossartiges Turnier. Zusammen mit unseren Familien können wir die intensiven Turniertage trotz allem geniessen. Hockey Canada hat dafür einen grossartigen Rahmen für uns geschaffen.
Womit beschäftigen Sie sich heute und morgen?
Guy Boucher: Ich werde heute mit jenen Spielern, die bereits hier sind, noch zusammen kommen. Wir werden uns über die Grundsätze unseres Spieles unterhalten. Morgen werden wir uns zu einer Besprechung sehen, um anschliessend auf dem Eis ein Training zu absolvieren. Dort liegt unter anderem ein Fokus auf einem stabilen Defensiv-Verhalten.