Eishockeyticker

NLA-Klubs klagen über viele Verletzte

(Bildquelle: eishockeyticker)

Das Eishockey zu den etwas raueren Sportarten gehört ist allgemein bekannt. Bei einem Blick auf die NLA entsteht jedoch der Eindruck, dass die Verletztenmisere immer grössere Ausmasse annimmt.

Nach einer Aufstellung der "Sonntagszeitung" nahm die Zahl der verpassten Spiele im Vergleich zur Vorsaison um 36 Prozent zu. Allerdings sagen solche Zahlen nicht immer die ganze Wahrheit. Denn die gestiegene Zahl der verpassten Spiele ist nicht zwangsläufig ein Beweis für mehr Verletzungen.

Es könnte jedoch ein Zeichen für die zunehmende Schwere der Verletzungen sein. Verletzte Spieler wirken sich auch auf die Strategie bei Eishockey Wetten aus, wie aus dem Ratgeber von Wettanbietervergleichen.com hervorgeht.

Gehirnerschütterungen als zunehmendes Problem

Einen grossen Anteil an den Verletzungen nehmen Gehirnerschütterungen ein. Sprach man vor ein paar Jahren noch von einem Brummschädel, der keine allzu grosse Beachtung fand, ist die Sensibilisierung hierfür mittlerweile stark gewachsen. Der unberechenbare Heilungsverlauf und die möglichen Spätfolgen machen Gehirnerschütterungen durchaus gefährlich.

Es ist unbestritten, dass Eishockey in den letzten 10 Jahren deutlich schneller geworden ist. Dazu kommt die Einführung von Nulltoleranzregeln, mit denen technisch versierte Spieler besser geschützt werden sollen. Das Blockieren, Halten und Einhaken wird durch die neuen Regeln verstärkt unterbunden. Dies führt jedoch zu einigen Nebenwirkungen. So prallen die Spieler öfters in voller Geschwindigkeit zusammen, was die Gefahr einer Gehirnerschütterung erhöht. Somit darf bestritten werden, das dieses Regelwerk wirklich der Weisheit letzter Schluss ist.

Flexible Banden als mögliche Lösung

Immer häufiger wird von Experten der Einsatz von flexiblen Banden gefordert. Nach einer Studie des Internationalen Eishockeyverbands (IIHF) würden diese die Gefahr von Kopf- und Schulterverletzungen deutlich reduzieren. In der NLA kommen solche Banden bisher nur in Lugano, Lausanne und Biel zum Einsatz. Bei Neubauten sind flexible Banden mittlerweile zwingend vorgeschrieben.

Die Kosten für einen Austausch von alten Anlagen belaufen sich auf rund 250'000 Franken. Bei einem Blick auf den Durchschnittslohn in der NLA von 200'000 Franken sind diese Aufwendungen durchaus tragbar. Da die Klubs ihre Hallen jedoch zumeist nur angemietet haben führt die Kostenübernahme immer wieder zu heftigen Diskussionen.

Ein Allheilmittel zur Verhinderung von Gehirnerschütterungen sind die flexiblen Banden jedoch nicht. Aus der bereits erwähnten Studie geht hervor, dass sich rund 70 Prozent der Verletzungen auf offenem Eis ereignen. Aus diesem Grund werden häufig auch strengere Strafen für Attacken gegen den Kopf gefordert. Vorbild ist dabei die nordamerikanische Profiliga (NHL). Hierzulande kommen die Akteure mit einer Sperre von ein oder zwei Spielen sowie einer geringen Geldstrafe davon. Solch geringen Strafen sind als Abschreckung eher ungeeignet.