Eishockeyclubs Schweiz

Von Halbfinale bis Abstieg – 10 Tage der Entscheidung

Wenn morgen Montag in Montreal und Toronto die Juniorenweltmeisterschaften starten, dann kann de Schweiz alles erreichen. Zwischen möglicher Abstiegsrunde und dem Einzug in das Halbfinale ist alles möglich.

Für Christian Wohlwend und seine Mannschaft kann an den kommenden Weltmeisterschaften alles im Bereich des möglichen liegen. Von Abstieg bis zum erreichen des Halbfinales. Mit Tschechien, Finnland, Dänemark und Schweden sind die Eisgenossen in einer vermeintlich einfachen Gruppe. Obwohl Finnland Weltmeister ist und Schweden auch nicht zu unterschätzen ist. Tschechien und Dänemark liegen in diesem Jahr allerdings in Reichweite der Schweizer. Beide Teams verfügen über einen eher schwachen Jahrgang. Dennoch dürfen die Schweizer diese beiden Gegner nicht auf die leichte Schulter nehmen. 

Zwei Punkte gegen Tschechien?

Im ersten Spiel treffen die Schweizer auf die Tschechen. Diese vermochten in den letzten Jahren nicht immer zu überzeugen. Oft konnten sie sich nur mit Mühe aus dem Abstiegskampf fernhalten. Der Verband der tschechischen Republik hat dies erkannt und erste Massnahmen eingeleitet. So wurden die Gewinne der Weltmeisterschaften vor einem Jahr in die Junioren Arbeit investiert. Noch sieht man hier noch keine unmittelbare Wirkung. Dies dürfte sich aber in den nächsten Jahren ändern. Die Schweiz hat durchaus Chancen, die Tschechen in die Schranken zu weisen. Der Vorteil für die Eisgenossen liegt darin, dass diese noch kein Spiel bestritten haben. Traditionell kommt dies den Schweizern entgegen. Bisher erreichten die Schweizer die guten Resultate meistens, wenn sie erst am zweiten Spieltag in das Geschehen einzugreifen hatten.

Ein Punkt gegen Schweden?


Am nächsten Tag wartet der erste Anwärter auf eine Halbfinalqualifikation auf die Schweizer. Das TreKronor Team war in den letzen fünf Jahren immer in den Halbfinals. Ein Mal Gold, zwei Mal Silber und zwei Mal Bronze stehen in diesen fünf Jahren zu buche. Und dieses Jahr? Auf den ersten Blick scheint der Kader der Schweden ausgezeichnet besetzt zu sein. Blickt man aber in die Vergangenheit, so kommen Zweifel auf. An den U18-Weltmeisterschaften vor zwei Jahren in Zug und Luzern belegten die Schweden einen ungenügenden achten Platz. Nur Deutschland, welches  am Ende gegen Lettland der kürzeren zog, war in der Vorrundengruppe schwächer. Wird dies auch in diesem Jahr wieder der Fall sein? Es ist nicht davon auszugehen. Doch der Kader ist doch eher eine Wundertüte. Auch wenn die TreKronor auf allen Positionen ausgezeichnet besetzt sind, kann im Eishockey nur eine geschlossene Mannschaftsleistung zum Ziel führen. Und genau daran zweifeln einige Experten. Wird dies die Chance der Schweizer sein, einen Punkt zu ergattern? 

Nichts anderes als drei Punkte

Die grösste Frage an den Weltmeisterschaften aus der Sicht der Schweizer ist, können sie Dänemark zum ersten Mal seit drei Jahren in die Schranken weisen? Dieses Spiel ist als DAS Spiel für beide Mannschaften zu bezeichnen. Der Verliere aus diesem Spiel muss vermutlich in die Abstiegsrunde. Die Dänen wie auch die Schweizer wissen was auf dem Spiel steht. Olaf Eller, der Trainer der Dänen, bereitet sein Team jedes Mal ausgezeichnet auf die Partie gegen die Schweizer vor. „Für uns“, so sagte Eller zu eishockeyticker.ch, „ist dieses Spiel wie Spiel 7 in den Play-Off. Wir wollen gewinnen und in die Viertelfinale vor stossen. Danach ist alles möglich.“ Wer den Trainer Fuchs kennt, der glaubt ihm dies. Auch wenn Eller von einem erneuten Sieg über die Schweiz spricht, wird das Spiel für sein Team nicht einfach werden. Die Schweizer sind auf den entscheidenden Positionen dieses Jahr besser besetzt als in den vergangenen Jahren. Erschwerend kommt dazu, dass  Dänemark ihr letztes Spiel der Vorrunde bestreiten. Eine Korrektur liegt danach nicht mehr im Bereich des Möglichen.  

Zum Abschluss keine Punkte?

Im letzten  Spiel erwartet die Eisgenossen eine schwere Aufgabe. Sie treffen auf Finnland, den amtierenden Weltmeister.  Und die Mannschaft aus dem hohen Norden kann sich durchaus Chancen auf ein Double ausrechnen. Die letzten beiden Jahrgänge waren ausgezeichnet und vermochten sich problemlos für die Halbfinale zu Qualifizieren. Auch dieses Jahr können die Finnen erneut auf Gold hoffen. Das einzige Fragezeichen bildet der Torhüter. Können die Finnen mit diesem Torhüter wirklich in das Finale kommen? Entscheidend wird daher auch die Arbeit in der Verteidigung sein. Hier sind die Suomi-Löwen gut gewappnet. Für die Schweizer dürfte das Spiel gegen Finnland ein schweres werden. Bereits ein Punktegewinn dürfte als Erfolg gewertet werden. 


Relegation vermeiden – Halbfinale anpeilen

Auf den Papier stehen die Chancen für die Schweizer gut, um nach zwei Jahren Relegationsrunde wieder in die Viertelfinals vorzustossen. Tatsächlich sprechen einige Faktoren für die Schweizer. Die starken Gegner wie Kanada, USA; Russland, Finnland und Schweden haben einen eher schwachen Jahrgang am Start. Wobei schwach auch wieder ein Wort ist, welches man mit Vorsicht geniessen sollte. Entscheidender ist, dass die „kleinen“ Nationen wie die Slowakei, Tschechien und Dänemark in diesem Jahr ebenfalls schwächeln. Der Aufsteiger Lettland wird in der Gruppe B, welche in Toronto spielt, einen schweren Stand haben. Die Letten werden wohl wieder absteigen. Die Schweiz will auf jeden Fall verhindern dass die schwere Aufgabe gegen Lettland zu spielen, nicht in ihre Zuständigkeit fallen soll. Die jungen Eisgenossen haben in sechs Tagen Zeit, dies zu verhindern. Um dann die restlichen vier Tage in Kanada nicht als Pflicht, sondern als Kür anzusehen. In dieser können die Schweizer zu einer Überraschung bereit sein. Dass sie dies mit diesem Jahrgang können, beweisen sie vor zwei Jahren in Zug und Luzern an der U18 Weltmeisterschaft. Damals klassierten sie sich auf Rang vier. Wieso auch dieses Jahr nicht?